Donnerstag, 3. April 2014

Wenn einem alles über den Kopf wächst oder: Organisation ist alles

Durch einen Post bei meiner lieben Bloggefährtin Betti wurde ich an eine Idee auf meiner "worüber ich schreiben will"-Liste erinnert.

Ich bin ja nun auch zum ersten Mal schwanger und fühle mich manchmal mit all dem, was da auf mich / uns zukommt, total überfordert. Es gibt so viele Dinge zu organisieren, zu besorgen usw. Und als würde es nicht reichen, dass man sich selbst ständig Gedanken um alles mögliche macht, sitzt einem noch die "liebe" Familie im Nacken. Jeder hat irgendeinen Ratschlag und ein anderer weiß es immer besser. Am liebsten sind mir dabei die Kommentare aus der Generation meiner Großeltern, die ihre Kinder zu einer völlig anderen Zeit und in ganz andere Situationen hineingeboren haben als wir das heutzutage tun.

Wir haben also von Anfang an klipp und klar gesagt, dass wir uns natürlich freuen, wenn uns bei Bedarf geholfen wird, dass wir es aber nicht tolerieren, von allen Seiten ungefragt mit Ratschlägen zugebombt zu werden. Denn nur, weil jemand schon Kinder hat, bedeutet das ja nicht zwangsläufig, dass er die Weisheit mit dem Löffel gefr***en hat. Manche Dinge bestimmt auch einfach mein Körper, bzw. später mein Kind. Außerdem haben wir ein Recht darauf, diese Elternsache selbst zu entdecken und unsere eigenen Fehler zu machen. In unserer Familie hat das zum Glück jeder eingesehen. Lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr nicht so tolerante Menschen in eurer Umgebung habt. Wir leben nicht im Mittelalter. Eltern und Großeltern sind nicht mehr die einzigen, von denen wir etwas über diese ganze Babygeschichte erfahren und lernen können. Und gerade durch mein Studium habe ich ein ganz anderes Basiswissen über die Psychologie von Babys und Kleinkindern als z.B. meine Eltern.

Die zweite Sache, die mich am Anfang echt verzweifeln ließ, war die Frage, was eigentlich alles gebraucht wird, wenn Madame erstmal da ist. Zwar hat meine Schwägerin mir einige Tips geben können, aber man denkt ja auch nicht immer an alles. Ich habe also im Netz nach "Erstaustattung Baby" gesucht und mir aus 2-3 Listen das rausgeschrieben, was für uns in Frage kommt. Danach habe ich die Sachen nach Wichtigkeit sortiert und einen Zeitpunkt festgesetzt, an dem wir mit allem fertig sein müssen. So kann man sich finanziell alles einteilen und man reißt kein Riesenloch ins Konto. Geburtstermin ist der 07.07., also soll Ende Mai alles bereit sein. Zum einen weiß man ja nie, ob die Kleinen nicht früher schlüpfen als gedacht, zum anderen möchte ich mit riesiger Babykugel nicht mehr durch die Läden rennen oder Möbel aufbauen!

Apropos Möbel: Die standen ganz oben auf der Liste. Wenn man eine neue Ausstattung kauft, müssen die Möbel meist bestellt werden, was unter Umständen bis zu 3 Monate dauern kann. Aber auch, wenn man nach gebrauchten Möbeln sucht oder die einzelnen Stücke von der Familie bekommt, braucht man Vorlaufzeit, um alles beisammen zu haben.

Auf der Liste habe ich außerdem angekreuzt, welche Dinge als Geschenke in Frage kommen. Aus meinem Familien- und Freundeskreis kamen schon einige Anfragen bzw. die Aussage "Ich überlege schon, was ich der Kleinen kaufen kann!" Ich habe dann freundlich daraufhin gewiesen, dass wir natürlich die Sachen auch gern benutzen möchten und nicht wollen, dass Geld zum Fenster rausgeworfen wird. Daher würden wir uns freuen, wenn der- / diejenige sich etwas von der Liste aussuchen würde. Diese Liste beinhaltet natürlich nichts, was absolut notwendig und ab Geburt schon da sein muss. Ich habe z.B. Kleidung in kleinen Größen gekauft und die größeren auf die Liste geschrieben. An Handtüchern, Bettlaken usw. habe ich nur 1-2 besorgt und den Rest auf die Liste gesetzt. Falls man nicht auf super kitschigen Kram steht und Angst hat, dass man mir rosa oder hellblau zugeworfen wird, kann man sich natürlich auch Läden raussuchen und sich Gutscheine wünschen.

Ich habe eine tolle Wickeltasche ausgesucht, die allerdings nicht gerade günstig ist. Meine Mutter kümmert sich darum, dass ein paar aus der Familie zusammenlegen und sie uns schenken.

Erst dachte ich, das sei vielleicht unverschämt, aber mal ehrlich: Ich bekomme die erste (Ur-) Enkelin der Familie, das erste Baby seit 16 Jahren. Da drehen alle am Geschenkerad und bevor ich 20 Bodys in Größe 52 habe, sage ich lieber, was ich brauche.

Eine weitere wichtige Organistaionsliste ist die, mit den Anträgen, die man so stellen muss: Wenn man nicht verheiratet ist z.B. die Vaterschaftsanerkennung und das Regeln des Sorgerechts. Auch die Anträge auf Eltern- und Kindergeld können schon weitestgehen vor der Geburt ausgefüllt und bereit gelegt werden.

Also, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich einfach mal in Ruhe mit einem (koffeinfreien) Kaffee auf die Couch setzen und sich einen Überblick verschaffen.

Alles Liebe

Nadja

Kommentare:

  1. Hey Nadja,

    ja das klingt wirklich sehr organisiert, wie ihr das angeht. Schön, dass du da deinen Weg gefunden hast. Und vielleicht muss man irgendwann bei Verwandten und Bekannten wirklich mal auf den Tisch hauen und sagen, dass man keine gut gemeinten Ratschläge mehr will.
    Du bist da in jedem Fall einige Schritte weiter als ich.

    http://bettiundihrbaby.wordpress.com

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    1. Naja, es ist zumindest ein Versuch. Es klappt natürlich nicht alles so, wie wir man sich das vorstellt, aber es hilft ungemein, den Überblick zu behalten.

      das Problem mit den Ratschlägen ist ja auch, dass man zu einem Thema 10 verschiedene bekommt. Und auf wen soll man dann hören?! Und wieso soll ich mir jetzt schon Gedanken machen, ob / wann mein Kind mal durchschläft, es ist ja noch nichtmal da und bis es so weit ist, gibt es weit wichtigere Dinge zu erledigen.

      Alles Liebe

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  2. Mal ein Tipp von einer erfahrenen Mami: Die meisten Dinge kann man auch noch locker nach der Geburt besorgen. Ich weiß, das fällt immer schwer, weil man doch alles perfekt haben will, aber wir haben soooo viel unnötigen Kram gekauft, der letztendlich nie benutzt wurde. Nur um mal das Beispiel Wickeltasche aufzugreifen. Die ersten, sagen wir 2-3 Wochen, werdet ihr kaum das Haus verlassen. Der Alltag besteht aus stillen, schlafen und bisschen spazieren gehen und dafür braucht man wahrlich keine Wickeltasche. Also wenn die nicht sofort bereit steht, ist es auch egal. Bei mir war es zb so, dass ich eine gekauft hatte und die sehr klein war, da ich dachte, ich stille ja eh und da müssen nur ein paar Windeln rein. Tja letztendlich musste ich bei Zeiten abstillen und dann war die Tasche zu klein für Flaschen und Co. Ich hoffe du verstehst, was ich meine :D Genauso das Bettchen. Die ersten Wochen hat Theo nur bei uns im Bett geschlafen. Entweder auf mir oder auf meinem Mann. Sein Bett fand er mal richtig doof. Was habe ich mich geärgert, dass ich sowas gekauft hatte. Man kommt also auch erstmal mit dem nötigsten aus, und wenn dir dann was fehlt, klingelt der Postmann eben direkt am nächsten Tag ;) Einfach keinen Stress aufkommen lassen und lieber die zeit genießen, sie geht soooo schnell vorbei.

    Und wegen den Ratschlägen...ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Hebi einfach die besten Tipps hatte und ich habe sehr viel von ihr übernommen. Alle anderen Tipps habe ich mir zwar angehört, kurz abgewägt und meistens direkt verworfen :D

    Liebe Grüße von Frau Gurkenhals!

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    1. Bei dem Gedanken hätte ich absolut keine Ruhe ^^ Ich denke mir, jetzt bin ich noch fit, es geht mir körperlich gut und ich kann noch vieles schaffen. Wie es mir nach der Geburt geht, kann ich nicht einschätzen und bevor ich dann meinen Mann losziehen lassen muss, der einkaufen noch mehr hasst als Fußpilz, erledige ich es lieber gleich, bzw. mit ihm zusammen. Das ist für mich weitaus weniger stressig, als mir das für nach der Geburt aufzuheben. Da krieg ich wahrscheinlich noch im Krankenhaus die Krise, weil ich weiß, dass hier daheim nix fertig ist. Weil ich von dem ganzen Babykram keine Ahnung habe, will ich mir vieles im Laden anschauen und nicht online bestellen.
      Ich hätte die Kleine auch lieber bei uns im Bett, aber wir haben eine spezielle Matratze, die versiegelt ist, so dass kein Wasser eindringen kann. Dadurch wird es im Bett zu warm :( Wir haben ein großes Beistellbett gekauft (das kann man später zum Kleinkindbett umbauen), das direkt an unserem dran steht, so haben wir sie trotzdem bei uns.
      Hast du nicht auch eine Boo Poo Wickeltasche? Da hab ich mir eine ausgesucht. Habe darüber von Müttern nur positives gehört und auf Bildern sieht man auch oft, dass da richtig was reingeht.

      Hebammen sind natürlich super, die sind wenigstens auf dem neuesten Stand und haben einen viel größeren Erfahrungsschatz als eine Mutter mit 2 Kindern.

      Alles Liebe

      Nadja

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  3. Ach ja, die Listen... vor denen kann ich mich, auch völlig unschwanger, kaum noch retten. Ich liste vor mich hin. Als Laie klingt dein Plan für mich sehr überzeugend :)

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  4. Ich hatte vor Gwens Geburt tatsächlich die Feuchttücher vergessen - elementar wichtig! GsD habe ich ein "Starterset" von einer lieben Freundin bekommen, da waren welche drin.
    Die liebsten Ratschläge waren (und sind mir bis heute) die von meiner Oma. Einem 2 Wochen alten Baby Schmelzflocken geben, ein Kind muss man auch mal schreien lassen, sonst erzieht es dich und nicht umgekehrt und wenn sie laufen lernen, brauchen sie feste Schuhe - so die Richtung ;-) Sie erzählt mir bis heute (der Jüngste wird nächste Woche 8), dass ich meine Kinder verkorkse weil ich so unverfroren bin, mich nicht an die Erziehungsmethoden von 1949 zu halten. Aber irgendwann ist das sogar lustig ;-)

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