Samstag, 18. Januar 2014

Plötzlich schwanger

Auch wenn der Titel etwas merkwürdig klingt, bringt er unsere Situation doch auf den Punkt. Aber von vorn...

Es war am 06. November 2013. Ich hatte einen Arzttermin ausgemacht, nachdem es mir etwa eine Woche nicht so gut ging. Ich hatte Unterleibs- und Brustschmerzen, war nur noch müde und fühlte mich allgemein total unwohl. Ähnliche Symptome hatte ich vor längerer Zeit aufgrund einer Zyste gehabt, weshalb ich direkt zu meiner Frauenärztin ging. Die Sprechstundenhilfe fragte zwar, ob ich einen Schwangerschaftstest gemacht hätte, da ich diese aber nicht annähernd in Betracht gezogen hatte, hatte ich natürlich keinen Test gemacht.

Im festen Glauben an ein böses Zystenbiest begab ich mich also zum Arzt und bekam 10 Minuten später den Schock meines Lebens. "Also, ne Zyste ist da nicht, aber Sie sind schwanger. Herzlichen Glückwunsch!" Ich: "Äh, das kann gar nicht sein!" FÄ: "Doch, gucken Sie mal da. Und nachdem, was man hier so sieht, sind Sie ca. in der 5. Woche." Wie bitte? Eben war ich noch krank, jetzt bin cih schwanger?! Um Himmels Willen, wie sag ich das meinem Freund????

Es ist nicht so, dass ich niemals ein Kind gewollt hätte, im Gegenteil. Aber der Mann und ich waren noch ganz frisch zusammen und ich muss an dieser Stelle auch betonen, dass wir tatsächlich getan haben, was man eben so tun kann, um NICHT schwanger zu werden. Außer totalen Verzicht, aber von einer unbeflecktem Empfängnis ist wohl sowieso keiner ausgegangen.

Vor meinem geistigen Auge zogen die letzten verfeierten Wochenenden vorbei, die Flasche Champagner, die ich mit der Schwiegermutter ein paar Tage vorher geleert hatte und das Essen der letzten Tage. Währenddessen hörte ich die Ärztin irgendwas von Blut abnehmen, wiegen, keine gefährlichen Sportarten und Rohmilchkäse faseln. Rohmilchkäse - hatte ich zum Frühstück! Die ganze Prozedur "danach" bekam ich kaum mit. Irgendwann stand ich mit einem Ultraschallbild, auf dem man quasi nix sehen konnte und einem neuen Termin in der nächste Woche auf der Straße.

Danach war erstmal Internetzeit angesagt. Ich habe stundenlang am Rechner gesessen und nachgeforscht, was es alles zu beachten gilt, was man warum nicht essen soll und was aber doch und ob man tatsächlich durch Treppenlaufen eine Fehlgeburt bekommen kann. Denn eines war mir sofort klar: Dieses kleine Etwas in mir drin war nicht geplant, aber es war gekommen, um zu bleiben! Und ich bin sehr froh, dass das für den Liebsten genauso galt.

Eine Freundin fragte mich neulich, warum ich nicht abgetrieben hätte. Für mich wäre das niemals in Frage gekommen. (Diesem Thema wird bei Zeiten ein eigener Blogpost gewidmet werden.) Sicherheitshalber habe ich beim werdenden Papa aber nochmal nachgeforscht, ob er denn darüber nachgedacht hätte, es abtreiben zu lassen: "Nicht eine Sekunde!"

Kommentare:

  1. Oh Mann, was für ein Schock! Aber toll, wie ihr damit umgeht! :)
    Hast du denn auch jetzt im Nachhinein wirklich keine Idee, warum die Verhütung versagt hat? Das macht mir ja echt Angst... ;)

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    1. Nein, absolut nicht. Ich denke, man muss sich einfach klar machen, dass nichts zu 100% sicher ist und immer was passieren kann. Zwar hatten wir darüber gesprochen, aber dass es so schnell passieren würde, haben wir dann auch nicht gedacht...

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  2. Wie schön, dass es für Euch nie einen Zweifel gab. Nicht, dass ich Abtreibungen verurteile, dass muss jedes Paar für sich entscheiden, aber diese Entscheidung treffen zu müssen, wünsche ich niemandem.

    LG

    P.S. Ein Tipp, den mir damals meine Mutter gegeben hat: Lies nicht zu viel. Das verwirrt nur. Unsere Mütter und Großmütter haben auch gesunde Kinder zur Welt gebracht ;)

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  3. Hihi man hab ich mich gefreut, als du mir damals geschrieben hattest. Und ich finde es total toll, dass er und seine Familie so toll sind und dich so nehmen wie du bist. Das hast du wirklich mehr als verdient.
    Außerdem weiß ich, dass du das sowas von rockst und eine geniale Mama wirst, aber das hab ich dir ja eigentlich alles schon gesagt :P

    ganz viel Liebe für euch <3

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  4. Liebe Nadja,

    ich wünsche dir für deine Schwangerschaft alles alles Gute!
    Das wird eine sehr spannende Zeit! Genieß sie!

    Dem Tipp von Manu kann ich mich nur anschließen!
    Google ist nicht immer dein Freund ;)

    Alles Liebe
    Yvonne

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  5. Oh ja, man kann sich echt "blöd" lesen. Irgendwer fragte neulich, welche Bücher ich mir gekauft hätte. Öhm, keine! Wenn mir irgendwas einfällt, was ich wissen will, bemühe ich google und das muss reichen ;)

    Ich wollte mich v.a. informieren, da ich noch studiere und der Mann und ich nicht verheiratet sind. Was man da alles beachten muss, wie das mit Elterngeld ist usw...

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  6. Schöner Artikel :)
    Das muss echt ein Schreck sein, wenn man so gar nicht damit rechnet und es eigentlich auch noch total ausschließt...
    Aber wie schön und mutig, dass ihr nun Mama und Papa werden wolltet und die Abtreibung bei keinem von euch einen Gedanken wert war.
    Da spricht schon ne Menge Liebe zum Baby aus deinen Worten :)
    Wann hat du Stichtag?
    Ich am 12.07. :)

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    1. Hier ist es der 8.07. Da kugeln wir ja wirklich gemeinsam, schön :)

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    2. Hihi dann wird's ja ein kleiner süßer Krebs !

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    3. Oder eine böse Monsterkrabbe wie der Papa xD Ich find Krebse anstrengend (passend dazu zwickt und zwackt der Bauch auch gerade. Die Mutation zur Monsterkrabbe ist in vollem Gange, in merk das!).

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  7. Oha... das muss man auch erstmal verarbeiten, grad in einer frischen Beziehung.
    Schön, dass ihr so ein Vertrauen in euch als Paar habt, dass ihr diesen Weg gemeinsam geht. So sollte man Beziehungen schließlich leben. Man denkt doch nicht (unabhängig vom Kind) währenddessen ans Ende, sondern geht davon aus, dass es eine Beziehung für immer ist.
    Öh... quassel.
    Garantien gibt es nie. Weder beim Verhüten noch beim Kinderwunsch. Muss man sich wohl wirklich vor Augen halten. ;)
    Ich wünsche dir hier auch nochmal alles Gute!

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  8. Du hast ja hier schon viele Tipps erhalten, aber eins möchte ich Dir noch empfehlen. Such Dir beizeiten eine Hebamme mit der die Chemie stimmt. Die kann Dich schon während der gesamten Schwangerschaft betreuen und bei Bedarf auch jede Woche oder öfter kommen. Wenn sie gut ist, ist sie wirklich Mädchen für alles, hilft Dir bei der Ernährung, behandelt Deine Erkältung, Schwangeschaftsbeschwerden und nicht zuletzt ist sie psyschisch eine große Hilfe. Du kannst immer mit ihr reden wenn Du unsicher oder ängstlich bist und auch alle Entscheidungen mit ihr Durchkauen. Das kann manchmal sehr hilfreich im weiteren Verlauf sein!

    GLG Shiva

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  9. Trotz Verhütung, ja, da hätte ich auch den Schock meines Lebens gehabt^^ Herrje! Aber ne Abtreibung wäre/würde für mich auch nie in Frage gekommen.

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